Vielen ostdeutschen Sozialdemokraten hat der russische Angriffskrieg das Weltbild zerstört. Das sieht Kathrin Michel an den Briefen, die sie von Genossen bekommt. Sachsens SPD-Co-Chefin findet Michael Kretschmers Idee, den Krieg "einzufrieren" gefährlich. Foto: SPD Sachsen

„Der Kohleausstieg 2030 wird eine Illusion sein“

Über Putin und den Ukrainekrieg bekommt Kathrin Michel viel Post von enttäuschten Genossen. Trotzdem hält Sachsens SPD-Co-Chefin die Verhandlungs-Ideen von Michael Kretschmer für gefährlich. Man dürfe sich nicht vom Weg abbringen lassen, sagt Michel im Interview.  

Frage: Frau Michel, soll man mit Wladimir Putin reden? 
Kathrin Michel: Diese Forderung hören wir seit Kriegsbeginn. Dabei wird vergessen: Es ist immer versucht worden, mit Putin zu reden. Es gab diverse Kontaktaufnahmen von Regierungschefs mit ihm direkt oder auch Gesprächsversuche auf Arbeitsebene durch Fachpolitiker. Aber wenn man auf der anderen Seite jemanden hat, der nicht reden will, dann wird es schwierig. Dann bringen auch immer neue Versuche nichts. Putin ist unberechenbar. Wir müssen ihn dazu bewegen, diesen Krieg zu beenden. Aber mit Gesprächen wird das im Moment nicht gehen. Trotzdem werden wir immer gesprächsbereit bleiben. 

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Kathrin Michel, geboren 1963 in Forst, ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und Co-Vorsitzende der sächsischen SPD. Die gelernte Industriekauffrau hat seit ihrer Ausbildung im VEB Synthesewerk und späteren BASF-Werk Schwarzheide gearbeitet. Sie war Betriebsrätin und Gewerkschafterin bei der IG Bergbau, Chemie und Energie. Michel lebt in Kamenz, hat drei Töchter und eine Enkelin. Mit Kathrin Michel sprach Christine Keilholz. 

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