HINTERGRUND / INDUSTRIE IN SPREE-NEISSE
Das Referenzkraftwerk Lausitz (RefLau) wurde schon oft totgesagt. Nun soll endlich gebaut werden. Wenn es gutgeht, kommt ein zweites Milliardenprojekt gleich in die Nachbarschaft.
von Christine Keilholz
Im Industriepkark Schwarze Pumpe soll ein lange ungewisses Kraftwerksprojekt nun endlich starten. Wo genau, ist noch offen. Ben Schüppel hat eine Fläche von 1,3 Hektar neben dem Gründungszentrum Dock3 in Aussicht. Daneben liegen weitere 1,3 Hektar, die als Erweiterungsfläche dazu kommen. Diese Flächen liegen in Sachsen. Möglich wäre aber auch eine Fläche im Norden des Industriegebiets, dort wäre man in Brandenburg. Die Entscheidung ist praktisch schon gefallen, sagt Schüppel, der Geschäftsführer der Referenzkraftwerk Lausitz GmbH: „Wir bauen so schnell wie möglich in Sachsen und sammeln damit Erfahrung.“
Das Referenzkraftwerk ist eines der seltenen Kooperationsprojekte beider Lausitz-Länder. Die Demonstrationsanlage soll nach Plänen der Betreiber 1.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren. Wenn das funktioniert und es wird skaliert zum sogenannten „BigLau“, dann könnten daraus 5.000 bis 10.000 Tonnen pro Jahr werden. Auf welcher Gemarkung dieses Projekt umgesetzt wird, ist auch eine Frage von Länderstolz. „Ich höre oft: Da werden Strukturstärkungsmittel des Bundes, die an Brandenburg geflossen sind, in Sachsen verbaut“, sagt Ben Schüppel. Das wäre, als würde man den Pool des Nachbarn finanzieren. Er selbst sieht es locker: „Da finden zwei Nachbarn zusammen, der eine hat Grund und Boden und der andere hat das Geld.“
Dem Bundeswirtschaftsminister war der exakte Standort unwichtig, als er Ende Februar nach Schwarze Pumpe kam. 28,5 Millionen Euro hatte Robert Habeck (Grüne) für das RefLau dabei. Ihm ging es darum, in der Kohleregion Lausitz den Startschu…