PRO & CONTRA / KULTUR IN SACHSEN UND BRANDENBURG

Nein
Sagt Claudia Arndt. Es bietet Kunst für Eliten und vernachlässigt regionale Besonderheit. Zur effektiven Förderung von kultureller Vielfalt leistet das Lausitz Festival keinen Beitrag.
Oft wird das Lausitz-Festival als ein Leuchtturm präsentiert, der die regionale Identität stärken soll. Doch bei genauerer Betrachtung stellt sich die Frage: Wie nachhaltig ist das jährliche Festivalprogramm wirklich? Wie attraktiv ist es für Menschen und Künstler:innen in der Lausitz selbst? Beim Lausitzer Kulturforum in Doberlug-Kirchhain wurde Anfang November deutlich, dass die Einbeziehung authentischer Lausitzer Expertise von Anfang an nicht auf der Agenda stand. Was bleibt also an der Basis, wenn Leuchttürme, die aus der Ferne kommen, nur in die Ferne strahlen?
Das Kulturministerium von Brandenburg hat inzwischen eingeräumt, dass es dem Festival an Beteiligung der Kulturschaffenden aus der Lausitz mangelt. Dies geht aus einer Analyse der Beamten von Ministerin Manja Schüle (SPD) hervor. Auch die Verteilung der Spielstätten zeigt demnach ein bedrückendes Ungleichgewicht zwischen den Landkreisen. Vor allem die peripheren Gebiete nördlich von Lübbenau und Senftenberg gehen dabei so gut wie leer aus. Stattdessen ist eine zunehmende Konzentration auf die Spielorte Cottbus, Görlitz und Bautzen zu beobachten. Dies wirft die Frage auf, warum ein Festival, das den Namen der Region trägt, nicht für alle Menschen in der Region zugänglich ist.
Festival für wen eigentlich
Das gilt nicht nur für die Künstler, sondern auch für das Publikum. Das Feedback aus der Bevölkerung aber spricht Bände: „Ich habe nichts davon mitbekommen“ oder „Was soll das sein?“, solche…