Wasserstoff nervt

5. März 2024

ANALYSE / ENERGIEWIRTSCHAFT IN OSTDEUTSCHLAND

Wasserstoff ist der Champagner der Energiewirtschaft. Doch im Jahr der Landtagswahlen herrscht keine Champagnerlaune. Beim Branchentreffen in Cottbus stemmten sich die Länderchefs gegen die vom Bund forcierte H2-Euphorie.

von Christine Keilholz

Wenig Begeisterung, wenn es um Wasserstoff geht. Die Ministerpräsidenten Haseloff, Kretschmer und Woidke in Cottbus. Foto: BDEW
Wenig Begeisterung, wenn es um Wasserstoff geht. Die Ministerpräsidenten Haseloff, Kretschmer und Woidke in Cottbus. Foto: BDEW

Angesprochen auf Wasserstoff, rollte Brandenburgs Regierungschef dezent mit den Augen. „Ich halte Wasserstoff-Diskussion für in Teilen übertrieben“, sagte Dietmar Woidke (SPD) und führte dann lange aus, warum. Sinngemäß: Wasserstoff ist Zukunftsmusik, wird erst in vielen Jahren ein breites Thema der Energiewirtschaft sein. Ja, man dürfe das Thema nicht aus den Augen verlieren. Aber hier und jetzt beschäftigten die Menschen andere Fragen in Bezug auf Strom. Lange Debatten über Wasserstoff seien nicht das, was die Wirtschaft jetzt dringend brauche.

Das war nicht ganz der Ton, den der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf seiner Infrastrukturkonferenz setzen wollte. Die Konferenz in der Cottbuser Stadthalle versammelte Ende Februar die Szene von Energieunternehmen aus ganz Deutschland, der es um den Ausbau der Netze geht. Da waren Stromproduzenten, kommunale Unternehmen und Kraftwerksbetreiber, die wissen wollten, was der Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft ihnen bringt.…