Die Platte: Ein Lebensgefühl kehrt zurück

25. März 2024

SCHWERPUNKT / WOHNEN IN DER LAUSITZ

Plattenbau-Siedlungen sind oft Problemviertel. In Cottbus entsteht eine Bewegung, die das ändern will.

von Christine Keilholz

Die Platte kann alles sein: Trist und eintönig oder nachhaltig und wandelbar. Plattenbauten in Cottbus-Brunschwig. Foto: NL

Die Platte hat neuerdings wieder viele Freunde. Laura Doyé ist eine von ihnen. Die 31-jährige Architektin hat sich der Rettung der vernachlässigten Quartiere von Cottbus verschrieben. Insbesondere denen im Stadtteil Neu-Schmellwitz. „Das ist günstiger Wohnraum, sehr nah am Zentrum gelegen“, sagt sie. „Diese Art zu Wohnen wird noch mehr aufgewertet durch den Ostsee.“ Diese Viertel haben nach ihrer Überzeugung eigentlich eine hohe Lebensqualität. „Wenn es nicht dauernd hieße, dass hier alles abgerissen werden soll.“

Neu-Schmellwitz ist ein typischer Fall für großstädtische Platte. Der Stadtteil entstand Mitte der 1980er Jahre für die Beschäftigten des Textilkombinats Cottbus. Damals waren die Wohnungen ein Glücksfall für die, die sie bekamen. Doch das formatierte Wohnen in den Blöcken Typ P2 und WBS70 verlor nach kaum zwei Jahrzehnten seine Anziehungskraft. Das Kombinat schloss, Cottbus begann zu schrumpfen und die Stadtverwaltung musste sich dem Leerstand ste…