BASF und 50Hertz bauen Power-to-Heat-Anlage 

1. November 2024

NEWS / ENERGIEWIRTSCHAFT IN OBERSPREEWALD-LAUSITZ

Die BASF Schwarzheide und der Netzbetreiber 50Hertz wollen gemeinsam eine Power-to-Heat-Anlage (PtH) bauen. In der Anlage auf dem BASF-Gelände soll grüner Strom, der vorwiegend aus Windkraftanlagen kommt, in Prozesswärme umgewandelt werden. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die Geschäftsführer beider Unternehmen am Mittwoch in Schwarzheide. Für 50Hertz ist es das erste PtH-Projekt mit einem Industrieunternehmen in Brandenburg. 

Die Nutzung von überschüssigem Strom ist ein besonders wichtiges Projekt der Energiewende“, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), der bei der Vertragsunterzeichnung anwesend war. „Strom, der ansonsten abgeregelt würde, wird direkt in Wärme umgewandelt und genutzt.“ Das spare Netzkosten, so der Minister.

Elektrodenkessel entlastet Turbinenkraftwerk 

Power-to-Heat bietet die Möglichkeit, grünen Strom zu nutzen, der bei günstigem Wetter mehr produziert wird. Eine geeignete Speicherung für die überschüssige Energie steht noch nicht zur Verfügung. Um die Leitungen und Umspannwerke vor Überlastung zu schützen, müssen Windräder und PV-Anlagen in solchen Situationen abgeregelt werden. Die Betreiber werden dann für die Verluste entschädigt. PtH verwandelt diesen Strom in Wärme. Zur geplanten Anlage in Schwarzheide gehört ein Elektrodenkessel mit einer Leistung von 25 Megawatt, in dem Wasser durch Strom erhitzt wird. 

50Hertz hat angekündigt, 19 Millionen Euro in Bau und Netzanschluss zu investieren – und darf im Gegenzug die Anlage rund um die Uhr einsetzen. Die BASF kann mit dem Elektrodenkessel Dampf erzeugen. Das werkseigene Turbinenkraftwerk kann künftig abgeschaltet werden, wenn der Kessel genug Wärme erzeugt. Das spart Brennstoff und CO2-Emissionen. Die Anlage soll Ende 2026 in Betrieb gehen. 

50Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands und ist damit zuständig für mehr als 10.000 Kilometer Hochspannungsleitungen. Der Chemiekonzern BASF stellt in Schwarzheide Polyurethan-Grundprodukte, Pflanzenschutzmittel, Technische Kunststoffe und Schaumstoffe her. red