Holen wir uns die Heimat zurück

13. Mai 2025

KOLUMNE / LEBEN

„Heimat“ ist ein politisches Schlagwort, mit dem viel Unfug getrieben wird. Umso wichtiger ist es, den Begriff nicht populistischen Stimmen zu überlassen, sondern ihn gemeinsam neu zu denken.

von Claudia Arndt

Wenn wir heute über Heimat sprechen, dann ist das kein harmloses Thema. Der Begriff ist aufgeladen – politisch, emotional, biografisch. Wo von Heimat die Rede ist, sollen Menschen verbunden werden. Und andere ausgegrenzt. In der Lausitz, einer Region im Wandel, wird Heimat zur Projektionsfläche für Ängste, Hoffnungen und Erinnerungen. Das Wort Heimat – und wie es benutzt wird – offenbart Widersprüche. Heimat kann Halt geben, aber auch Enge bedeuten. Sie kann Zugehörigkeit erzeugen oder Ausschluss.

Das macht die Heimat anfällig für Missbrauch. Wo Heimat als Schlagwort dient, ist nicht selten Rechtsextremismus im Spiel. Der Cottbuser Verein „Zukunft Heimat“ wird vom Verfassungsschutz beobachtet. AfD-Politiker warnen vor dem „Verlust der Heimat“ durch Zuwanderung. Die Rechtsaußen-Partei NPD hat sich 2023 in „Die Heimat“ umbenannt. Der Begriff wurde okkupiert vom rechten Rand und zum Kampfbegriff gemacht, der Fremdenfeindlichkeit und völkische Ideologien mehrheitsfähig machen soll. Das dürfen wir Demokratinnen und Demokraten nicht zulassen.

Heimat ist kein Besitz. Sie ist kein Ort, der sich abschließen lässt. Und sie ist auch keine Antwort von gestern, sondern ein Gespräch von heute – und eine Aufgabe für morgen. Wo alte Industrien verschwinden, neue Zukünfte verhandelt werden und tiefgreifende Umbrüche den Allta…