„Kinder und Jugendliche werden gezielt angeworben“

22. Juli 2025
INTERVIEW / RECHTSEXTREMISMUS IN DER LAUSITZ

Sprembergs Bürgermeisterin sieht den Strukturwandel in Gefahr, wenn den Rechtsextremen nicht energischer begegnet wird. Deren Auftreten und Mitgliederwerbung zeigen eine neue Qualität, ist Christine Herntier überzeugt.

„Der kleinste gemeinsame Nenner in Spremberg: Keiner will die Stadt rechts sehen“, sagt Christine Herntier. Foto: Stadt Spremberg
„Der kleinste gemeinsame Nenner in Spremberg: Keiner will die Stadt rechts sehen“, sagt Christine Herntier. Foto: Stadt Spremberg

Frau Herntier, Sie bekommen für Ihre Wortmeldung zum Rechtsextremismus in Spremberg große überregionale Aufmerksamkeit. Wie reagieren die Sprembergerinnen und Spremberger darauf?

Es gab in den zurückliegenden Tagen unglaublich viele Reaktionen in den sozialen Medien, viele E-Mails und viele persönliche Gespräche. Ich habe festgestellt, es gibt einen kleinsten gemeinsamen Nenner in Spremberg: Niemand will die Stadt rechts sehen.

Trotzdem sind in Spremberg Rechtsextreme aktiv, insbesondere von der Kleinstpartei III. Weg. Warum gerade hier?

Das wüsste ich auch gern, warum die sich ausgerechnet Spremberg aussuchen. Ich weiß nur, wir müssen da etwas tun. Seit Ende 2024 sind die sehr sichtbar mit ihren Aufklebern und den Schmierereien am Bahnhof. Ich wünsche mir Erkenntnisse dazu von den Sicherheitsbehörden, damit wir handeln können.

Kommt da zu wenig von Polizei und Landespolitik?

Wir hatten zum Gespräche mit der Polizeidirektion zum Jahresanfang. Die haben damals eingeschätzt, das ist nicht so schlimm. Ich kann das nicht mehr nachvollziehen. Diese Gruppierung stand mit Infostand in der Langen Straße und hat das als große Aktion in Social Media beworben. Zu mir kommen viele Bürger und erzählen mir von ihren Erlebnissen mit Rechtsextremen oder auch im eigenen Umfeld. Sie sagen, dass sie verä…