Denkmalschutz für Jänschwalde vertraglich gesichert 

18. November 2025

NEWS / INDUSTRIEGESCHICHTE IN DER LAUSITZ  

Im Streit um den Denkmalschutz für Anlagen der Leag gibt es eine neue Einigung. Am gestrigen Montag haben Leag-Vorstandschef Adi Roesch, Brandenburgs Vize-Denkmalamtsdirektor Thomas Drachenberg und Spree-Neißes Landrad Harald Altekrüger (CDU) einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Konkret geht es um drei Anlagen, die seit dem Frühjahr 2025 unter Denkmalschutz stehen: Das Kraftwerk Jänschwalde, die Brikettfabrik Mitte in Schwarze Pumpe und den Eimerkettenbagger ES 3750 im Tagebau Welzow-Süd.

Alle drei Anlagen sind zur Zeit in Nutzung. Der Vertrag war daher notwendig, um Rechtssicherheit für den Betrieb und die Transformation der betroffenen Anlagen zu schaffen. „Wir wollen keine Entwicklungsperspektiven einschränken, sondern neue eröffnen.“, sagte die Kulturministerin Manja Schüle (SPD) bei Vertragsunterzeichung. Sie ist daher überzeugt, dass „dieser Vertrag Vorbildcharakter für ganz Deutschland haben kann.

Mitarbeiter unzufrieden

Der Schutzstatus hatte für Verstimmungen in der Leag-Belegschaft gesorgt. Es wurde befürchtet, so könne das Auslaufen der Anlagen beschleunigt werden. Denkmalschützer Drachenberg betonte deshalb die identitätsstiftende Bedeutung des Lausitzer Bergbaus, die man angesichts des Strukturwandels bewahren wolle. „Dieser tiefgreifende Strukturwandel wird nur nachhaltig gelingen, wenn die Menschen anhand der Baukultur stolz auf ihre Herkunft sein können“, gab Drachenberg zu bedenken. 

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hatte im Jahr 2021 die Erfassung prägender Zeugnisse der bergbaubedingten Kulturlandschaft in der Lausitz in Auftrag gegeben. In diesem Prozess stellte das Landesdenkmalamt den Denkmalwert des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde und der Brikettfabrik Mitte im Industriepark Schwarze Pumpe fest. Im März 2025 wurden beide Bauwerke in die Denkmalliste eingetragen. Der Welzower Eimerkettenbagger folgte im April. red