Energie ist keine Monopolindustrie mehr 

25. November 2025

ANALYSE / JAHRESRÜCKBLICK ENERGIE IN DER LAUSITZ

Die Leag bekommt nun endlich ihre Entschädigung für das Kohlegeschäft. Doch andere Nachrichten aus diesem Jahr zeigen, wie weit die Zeit der Braunkohle bereits hinter der Lausitz liegt. 

von Christine Keilholz 

Der Windpark Forst-Briesnig II im Tagebau Jänschwalde. Foto: Leag
Der Windpark Forst-Briesnig II im Tagebau Jänschwalde. Foto: Leag

Anfang November hat der Bundestag eine für die Lausitz bedeutsame Entscheidung getroffen. Die Abgeordneten entschieden mehrheitlich für eine Änderung des Kohleverstromunsbeendigungsgesetzes und ermöglichten damit, dass der Energiekonzern Leag seine Entschädigung für das auslaufende Braunkohlegeschäft bekommen kann. In der vergangenen Woche hat auch die Europäische Union ihre Zustimmung für die Zahlung der bis zu 1,75 Milliarden Euro an die Leag erteilt. 

Diese Entscheidung ist ein politischer Erfolg für die Lausitz – wirkt aber seltsam aus der Zeit gefallen. Die Entschädigungen folgten vor fünf Jahren der Logik, dass eine Region, die ihre maßgebliche Kernindustrie – die Braunkohle – wegen übergeordneter Notwendigkeiten – dem Klimaschutz – verlieren soll, eine finanzielle Wiedergutmachung erhalten muss. Denn diese Entschädigungen wurden in der Lausitz immer als ein regionaler Anspruch formuliert, nicht als der eines Konzerns. 

Inzwischen besteht die Lausitzer Energiewirtschaft aus mehr Unternehmen als nur dem einen großen, das aus der staatlichen Braunkohle-Industrie der DDR hervorgegangen ist. Eins dieser neuen Unternehmen feierte vergangene Woche im Zentrum von Cottbus Eröffnung. Bei dieser kleinen Feier waren neben Landräten und Bürgermeistern auffällig viele Leag-Mitarbeiter anwesend. Das hat seinen Grund. Grow Energy wurde gegründet von Fabian von Oesen, einem früheren Leag-Manager, und dem dem ehemaligen Leag-CEO