ANALYSE / LANDRATSWAHLEN 2026 IN DER NIEDERLAUSITZ
Oberspreewald-Lausitz ist kein ökonomisches Powerhouse. Trotzdem gelang dem Kreis zuletzt die spektakulärste Ansiedlung der Lausitz.
von Christine Keilholz

Oberspreewald-Lausitz gehört zu den wirtschaftlich schwächeren Kreisen der Lausitz. 2023 hatte der Kreis 3,7 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt Brandenburgs, etwas mehr als Elbe-Elster. In allen gängigen deutschlandweiten Rankings liegt der Kreis, in dem 1993 die DDR-Kreise Calau und Senftenberg verschmolzen, im unteren Bereich. Die Wirtschaftsleistung pro Erwerbstätigem sowie pro Einwohner liegt unter dem Landesdurchschnitt. Der Zukunftsatlas des Instituts Prognos attestierte dem OSL 2025 ein hohes Zukunftsrisiko.
Im selben Jahr allerdings gelang in OSL ein wirtschaftlicher Überraschungserfolg. In Lübbenau feierte Schwarz Digits den Spatenstich für eine elf Milliarden Euro schwere IT-Investition. Am ehemaligen Kraftwerk Lübbenau werden künftig Daten von Lidl und Kaufland verarbeitet. Der Ansiedlungs-Coup ist einer der größten in der jüngeren deutschen Geschichte – und der größte, den die Lausitz bisher feiern konnte.
Marcel Petermann sieht das auch als Zeichen erfolgreicher Kreispolitik, die hier mit schnellen Entscheidungsverfahren punkten konnte: „Es ging schon darum, wie sich eine Kommune als Partner für Unternehmen für deren Vorhaben versteht“, sagt der Leiter des IHK-Regionalcenters in Senftenberg. „Das war ein ganz klares Argument für den Investor, sich im Kreis anzusiedeln.“