NEWS / ERNEUERBARE ENERGIEN IN SACHSEN

Sachsens Regierung macht sich stark für den Waldschutz. „Ich halte es für völlig falsch, Waldflächen für Photovoltaikanlagen zu roden“, sagte der Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) am gestrigen Montag am Rande der Grünen Woche in Berlin. Breitenbuch sprach sich gegen eine Umwandlung von Waldflächen für die Erzeugung von Solarstrom aus. Ein entsprechender Antrag war bereits im Juli von den Grünen in den Landtag eingebracht worden. Die Lausitz steht im Zentrum von Nutzungskonflikten.
„Gerade in Braunkohleregionen halte ich den Waldanteil für erhöhenswert“, sagte der Umweltminister im Gespräch mit Neue Lausitz. Die sächsische Waldstrategie aus dem Jahr 2013 gibt das Ziel aus, den Waldanteil an der Gesamtfläche des Freistaats bis zum Jahr 2050 von 28,4 auf 30 Prozent zu erhöhen. Hierzu sollten auch Bergbau-Folgelandschaften in Frage kommen, betonte der Minister. Dort gebe es viele offene Flächen, die sich für eine Aufforstung eignen.
Sieben Projekte genehmigt
Den Schutz von Wäldern vor Rodungen zum Ausbau von erneuerbaren Energien will der sächsische Umweltminister nun auch auf Bundesebene voranbringen. Gegenüber Neue Lausitz kündigte er an, auf dem Bundesparteitag der CDU im Februar einen entsprechenden Beschluss durchsetzen zu wollen.
Indes schreitet das Roden voran: Bis Oktober 2025 sind im Freistaat insgesamt sieben Anträge auf die Umwandlung von Waldflächen für den Bau von Photovoltaikanlagen genehmigt worden. Das geht aus zwei kleinen Anfragen von Abgeordneten der Christdemokraten sowie der Grünen hervor. Insgesamt belaufen sich die Projekte auf eine Gesamtfläche von ca. 37 Hektar. Die größte befindet sich in der Gemeinde Schleife im Kreis Görlitz. Dort soll eine 65 Hektar große Freiflächenanlage entstehen. Knapp die Hälfte der Fläche ist aktuell bewaldet.
Andere Flächen nutzen
Der Umweltverband Nabu begrüßt den Vorstoß des Ministers. Im Grunde herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass die Rodung von Wäldern für PV nicht sinnvoll ist, erklärte eine Sprecherin von Nabu Sachsen auf Anfrage. Kritisch sieht der Umweltverband hingegen, dass weiterhin Waldflächen den Braunkohletagebauen zum Opfer fallen. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Waldstück am Tagebau Nochten gerodet. „Wälder weiterhin wegzubaggern, ergibt keinen Sinn“, so die Sprecherin.
Die Grünen stehen der Initiative des Ministers skeptisch gegenüber: „Statt sich nun für Forderungen feiern zu lassen, die er zuvor im Sächsischen Landtag monatelang ignoriert hat, sollte Minister Breitenbuch endlich liefern – schließlich liegt unser Antrag seit über einem halben Jahr auf seinem Schreibtisch“, so Thomas Löser, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Sächsischen Landtag. Für einen effektiven Waldschutz brauche es neben dem Stop von Rodungen für Photovoltaik auch einen ambitionierten Solar-Ausbau auf landeseigenen Dächern und Parkplätzen. gewi