LEITARTIKEL / MEDIEN IN OSTDEUTSCHLAND
Der Kohleausstieg bringt Dynamik und viel Geld ins Revier. Wir schauen denen auf die Finger, die für die Region entscheiden. Im Auftrag der kritischen Öffentlichkeit.
Als Anfang 2022 das erste Neue Lausitz Briefing erschien, hatte der Strukturwandel gerade begonnen. Die Lausitz war von Dynamik und Tatendrang erfasst – zumindest der Teil, der professionell mit Wirtschaft und Politik zu tun hat. Neue Lausitz ist mit diesem Wandel eng verbunden. Dieser teure Aufbau einer neuen regionalen Wirtschaft braucht einen Journalismus, der ihn aufmerksam, wohlwollend und kritisch begleitet. Aus dieser Überzeugung heraus ist Neue Lausitz entstanden.
Nun sind wir schon vier Jahre alt. Wir, das ist unsere Redaktion an der Stadtpromenade in Cottbus. Dazu gehört Gereon Wintz, der sich als Fachredakteur für Energie und Nachhaltigkeit einen Namen gemacht hat. Seit Herbst ist Benjamin Allig dabei, der sich um Kampagnen, Anzeigen und Marketing kümmert. Hinzu kommen Autorinnen und Autoren, von denen einige seit Anfang dabei sind. Ich als Chefredakteurin plane Themen und Formate.
Entstanden sind in diesen vier Jahren mehr als 200 wöchentliche Ausgaben, dazu das Neue Lausitz Wochenende, das seit August 2024 erscheint. Wir haben Rubriken entwickelt wie die Personalie, die ein Who-Is-Who für die Lausitz geworden ist. Unsere wöchentliche Terminübersicht haben wir zum Kalender ausgebaut, der so gefragt ist, dass wir ihn seit Jahresanfang sonntags in einem eigenen Newsletter verschicken. Weitere Neuerungen werden bald folgen, denn wir sind – wie die Lausitz selbst – gerade erst in Fahrt.
Probleme ansprechen und Diskussionen anregen
Unser Start vor vier Jahren war ein Experiment. Neue Lausitz verfolgt die Mission, den regionalen Journalismus für das digitale Zeitalter neu zu erfinden. Nichts weniger. Wie so etwas klappen kann, darüber gibt es Diskussionen in der Medienbranche. Auch einige Versuche. Unsere Erfahrung: Es geht auf. Neue Lausitz beweist, dass Online-Journalismus wirtschaftlich sein kann. Das muss er auch, um seine Funktion zu erfüllen.
Unabhängiger Journalismus ringt um seine Rolle in der Öffentlichkeit. Das Medienvertrauen sinkt. Die Informationsflut steigt. Hinzu kommt die Konkurrenz durch Marketing und Werbung. In diesem Umfeld müssen wir Journalistinnen und Journalisten immer wieder betonen, was die Aufgabe unabhängiger Medien in der Gesellschaft ist: Wir arbeiten nicht im Auftrag von Werbekunden, sondern im Interesse der kritischen Öffentlichkeit, die einen Anspruch auf Information hat. Wir sind da, um Probleme anzusprechen, Diskussionen anzuregen und das Ringen um beste Lösungen aktiv zu begleiten.
Und ja: Wir müssen denjenigen auf die Finger schauen, die Entscheidungen für die Allgemeinheit treffen. Gerade in der Lausitz, wo durch den Kohleausstieg viel viel öffentliches Geld im Umlauf ist. Die Zuteilung von Fördermitteln schafft neue Abhängigkeiten. Das Bestreben, zugesagte Millionen auch auszugeben, begünstigt nicht zwangsläufig die besten Vorhaben, sondern oft die einfachsten. Das alles identifizieren und recherchieren wir – und schreiben es auf. Wir zeigen keine Wunschbilder. Wir stellen niemanden so dar, wie er sich selbst am liebsten sieht.
Keine Wunschbilder, sondern Relevanz
In den vier Jahren seit unserer Gründung hat sich die Medienwirtschaft verändert Auch in der Lausitz. Das Modell der gedruckten Zeitung neigt sich dem Ende. Das Modell des digitalen regionalen Zeitungsverlags scheint nur in größeren Verbünden zu funktionieren – die beiden Tageszeitungen in der Lausitz sind mit anderen Zeitungen fusioniert. Der öffentlich rechtliche Rundfunk droht zerrissen zu werden von den vielfältigen Erwartungen des Publikums.
In dieser Lage erweist sich unser digitaler Journalismus im kleinen Team als agil und wandlungsfähig. Unser kleines Team arbeitet unter professionellen Produktionsbedingungen, veröffentlicht zu festen Erscheinungsterminen neue Inhalte und steht im ständigen Kontakt mit der Community. Neue Lausitz ist auf vielen Plattformen präsent – und ist dabei selbst die Plattform. Wir fluten nicht Ihre Timeline, sondern liefern Relevanz und Substanz. Wir wachsen immer mehr in die Rolle des Regionalmediums. Möglich macht das Ihr Abonnement. Danke dafür. Wir bleiben für Sie dran.

