NEWS / ARBEIT UND WIRTSCHAFT IN SACHSEN
Löhne steigen langsamer
Die Löhne in in Sachsen sind 2025 um zwei Prozent gestiegen. So weit lag der durchschnittliche Reallohn über dem von 2024, wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte. Der Anstieg der Verdienste, über den die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der Inflation verfügen können, blieb damit leicht hinter dem Zuwachs von 2024 (2,3 Prozent) zurück. Als Grund dafür nennen die Statistiker den geringeren Anstieg der Nominallöhne, die zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern vereinbart werden. Diese stiegen 2025 um 4,3 Prozent – ein Jahr zuvor waren es noch 5,3 Prozent.
Über die Branchen war das Lohnplus ungleich verteilt. Deutlich mehr wurde in der Energieversorgung verdient, wo 7,1 Prozent höhere Nominallöhne erzielt wurden. Im Gastgewerbe lag der Zuwachs bei 3,0 Prozent. Im Produzierenden Gewerbe betrug die Steigerung der Nominallöhne durchschnittlich 3,5 Prozent, bei den Dienstleistungen 3,4 und in der Landwirtschaft 3,1 Prozent.
Mehr Gewerbe angemeldet
In den sächsischen Gewerbeämtern wurden im vergangenen Jahr 28.704 Gewerbeanmeldungen registriert. Nach Angaben des Statistischen Landesamts in Kamenz erhöhte sich die Zahl der Gründungen um 8,4 Prozent gegenüber 2024. Dem gegenüber standen 25.376 Abmeldungen – 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf 2.220 neu gegründete Unternehmen kamen demnach 119 aufgegebene im selben Zeitraum.
Gegründet wurden vor allem Einzelunternehmen, die 80 Prozent ausmachen. Ein Drittel davon wurden von Frauen angemeldet, zwei Drittel von Männern. Meist wurden Handelsgeschäfte und Autowerkstätten neu eröffnet – rund ein Viertel. Bauunternehmen machten 9,3 Prozent der Gewerbeanmeldungen aus, Gastwirtschaften 8,1. Bei den geschlossenen Unternehmen machte der Handel ein Viertel aus, Bauunternehmen 13,5 Prozent.
Weniger Export in die USA
Sachsens Unternehmen haben 2025 deutlich weniger Waren in die USA exportiert. Das Statistische Landesamt in Kamenz nannte einen Gesamtwert von 4,8 Milliarden Euro an Exporten in die Vereinigten Staaten – sechs Prozent weniger als 2024. Damit waren die Verluste für Sachsen geringer als auf Bundesebene, wo die Ausfuhren in die USA um neun Prozent sanken.
Die geringeren Ausfuhren sind eine direkte Folge der von US-Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzölle, die mindestens 15 Prozent auf nahezu alle Waren aus der Europäischen Union betragen. Trotzdem blieben die USA der wichtigste Außenhandelspartner für den Freistaat – vor China (4,5 Milliarden Euro) und dem Vereinigten Königreich (4,2 Milliarden). In die USA liefert Sachsen in erster Linie Autos und Wohnmobile, ferner Maschinen und Geräte zur Erzeugung von Strom. Umgekehrt summierten sich die Importe aus den USA 2025 auf 3,2 Milliarden Euro und erreichten damit einen Höchststand.
18 Ansiedlungen und Erweiterungen
Die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) hat im vergangenen Jahr 18 Ansiedlungen und Firmenerweiterungen begleitet. Damit sind 211 Millionen Euro an Investitionen und knapp 900 Arbeitsplätze verbunden, wie die WFS mitteilte. Die Investoren kamen aus Deutschland, den Niederlanden, Finnland, der Schweiz, Japan, Taiwan und den USA.
Ein Schwerpunkt liegt im Halbleiter-Bereich rund um die Ansiedlung der taiwanesischen TSMC in Dresden, sagte WFS-Geschäftsführer Thomas Horn: „Immer deutlicher wird die Anziehungskraft der ESMC-Ansiedlung auf Zulieferer und Dienstleister der Branche.“ Wichtig ist auch die Verteidigungsindustrie geworden. Über die Ansiedlungen hinaus hat die Wirtschaftsförderung gut 1.180 sächsischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen den Weg in die internationale Wirtschaft geebnet. 15 Delegations- und Unternehmerreisen wurden dafür unternommen – etwa nach Polen, Spanien, Japan, Taiwan und Indien. red