Verluste für Sachsens Wirtschaft 

31. März 2026

NEWS / UNTERNEHMEN IN SACHSEN

Mehr Insolvenzen

In Sachsens Amtsgerichten wurden 2025 insgesamt 975 Anträge auf Eröffnung eines Unternehmensinsolvenz-Verfahrens gestellt. Laut Statistischem Landesamt in Kamenz waren das 108 Verfahren und 12,5 Prozent mehr als 2024. Gestiegen sind auch die Forderungen. Sie summierten sich auf 2,76 Milliarden Euro – fast doppelt so viel wie im Jahr davor. Knapp 78 Prozent der Verfahren wurden eröffnet, die übrigen gut 22 Prozent wurden mangels Masse abgelehnt. Mehr als die Hälfte der insolventen Unternehmen waren acht Jahre und älter. 

Besonders betroffen waren Baugewerbe und Autowerkstätten, wozu fast jedes dritte insolvente Unternehmen gehörte. Das verarbeitende Gewerbe war mit 115 Insolvenzen dabei – ein Anstieg von gut 21 Prozent. Betrugen die angemeldeten Forderungen im verarbeitenden Gewerbe 2024 noch rund 244,2 Millionen Euro, wuchsen sie 2025 auf 1,27 Milliarden Euro an. Im Schnitt ergaben sich Forderungen von gut elf Millionen Euro je Unternehmensinsolvenz in diesem Wirtschaftsbereich. 

3.000 Euro für Meister

Sachsen erhöht den Meisterbonus für alle Meisterabschlüsse, die ab diesem Jahr erworben werden, von 2.000 Euro auf 3.000. Das kündigte Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) am gestrigen Montag an. Die Aufstockung soll die Qualifikation attraktiver machen und zudem die Unternehmensnachfolge erleichtern. „Meisterabschlüsse sichern qualifizierte Ausbildung, ermöglichen Unternehmensgründungen und -übernahmen und bilden das Rückgrat einer leistungsfähigen regionalen Wirtschaft“, sagte Panter. 

Fast 40 Prozent der Betriebsinhaberinnen und -inhaber in Sachsen sind älter als 55 Jahre. In rund 19.000 Betrieben steht in den kommenden zehn Jahren die Übergabe an. Der Meisterbonus ist ein zweckgebundener, nicht rückzahlbarer Zuschuss, den jede Absolventin und jeder Absolvent über die zuständige Kammer beantragen kann. 

Weniger Wertschöpfung

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Sachsen verringerte hat sich 2025 um 0,2 Prozent. Damit verzeichnete die sächsische Wirtschaft im dritten Jahr in Folge einen realen Rückgang des BIP – und lag damit unter dem deutschlandweiten Trend von +0,2. Deutliche Auswirkungen auf diese preisbereinigten Ergebnisse hatten die gestiegenen Preise. Das BIP in jeweiligen Preisen betrug 2025 in Sachsen knapp 168 Milliarden Euro und war damit um 3,1 Prozent höher als 2024. 

Bezogen auf das Arbeitsvolumen in Sachsen hat das BIP aktuell einen Wert von 60,75 Euro je Erwerbstätigenstunde erreicht und entspricht reichlich 83 Prozent des gesamtdeutschen Werts von 72,97 Euro. In Relation zur Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort liegt der aktuelle Pro-Kopf-Wert des BIP in Sachsen bei 81.957 Euro und repräsentiert reichlich 84 Prozent von der gesamtdeutschen Größe (97.210). red