ANALYSE / HOCHSCHULEN IN BRANDENBURG
Und wieder bekommt die BTU Cottbus-Senftenberg ein neues Kompetenzzentrum. Diesmal für Batterie-Recycling. Recht spät allerdings, denn viele Unternehmen sind damit schon unterwegs.
von Christine Keilholz

Seit fast 20 Jahren forscht der Jörg Acker in Senftenberg. Nun bekommt der Professor für Physikalische Chemie endlich die Mittel, um groß in die Batterieforschung einzusteigen. Genau genommen in das Recycling von Batterien. „Wir schaffen in Senftenberg eine innovative und ganzheitliche Forschungsinfrastruktur für die Rückgewinnung, die Aufarbeitung und den Wiedereinsatz von unterschiedlichsten Batteriematerialien und werden insbesondere die neuesten Entwicklungen der Batterietechnologien fortlaufend einbeziehen“, konnte der 55-jährige Professor in der vergangenen Woche verkünden.
Das bedeutet, dass das Land Brandenburg das Potenzial seiner Batterie-Forschung endlich erkannt hat. Mit dem Verbundprojekt BTU-Kompetenzzentrum Hochtechnologie- und Energiematerialien und deren Recycling Senftenberg (HERES) hat die Arbeit des Lehrstuhls für physikalische Chemie einen Partner bekommen – und zugleich 13,6 Millionen Euro aus dem Fördertopf des Bundesforschungsministeriums.
Der Fahrplan ist vorgegeben: Bis Februar 2030 soll das Kompetenzzentrum stehen. Und Brandenburg als eine Schlüsselregion der europäischen Kreislaufwirtschaft positionieren, wie es aus dem Wissenschaftsministerium in Potsdam hieß. Ein weiteres Mal sollen Spitzenforschung und Strukturstärkung an der BTU zusammenfinden.
Nachhaltigkeit für Laptops und Akku-Schrauber
Mit diesem Kompetenzzentrum befördert Brandenburg einen klassischen Mint-Zweig – und wertet ihn zur wissenschaftlichen Abteilung eines Zukunftsmarktes auf. Das ist das Batterie-Recycling schon seit Jahren – aber eben kleiner und dezenter als Künstliche Intelligenz oder Sensorik. Doch auch hier lockt wirtschaftliches Potenzial, das sich mit dem lokalen Know how strategisch kombinieren lässt.
Die Lithium-Ionen-Batterien, die Acker und sein Team auseinandernehmen, sind allgegenwärtig in Smartphones, Laptops, Akku-Schraubern und E-Bikes. Darin stecken wertvolle Rohstoffe, die am Ende …