PtX Lab wirbt für Agri-PV auf Lausitzer Feldern 

30. Juni 2026

NEWS / ERNEUERBARE IN BRANDENBURG 

Das PtX Lab Lausitz hat die Äcker und Weiden der Region unter die Lupe genommen, um herauszufinden, wo eine Doppelnutzung von landwirtschaftlicher Nutzung und Photovoltaik (Agri-PV) möglich wäre. Das Ergebnis: Rund 106.500 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sind für Agri-PV gut geeignet. Das entspricht in etwa der Größe Berlins. Die meisten nutzbaren Flächen bieten die Kreise Spree Neiße und Oberspreewald Lausitz, teilte das Lab bei einer Info-Veranstaltung in Cottbus in der vergangenen Woche mit. 

Das Konzept Agri-PV umfasst verschiede Formen der Landnutzung, die Photovoltaik und klassische Landwirtschaft verbinden. Etwa aufgeständerte Solarpaneele, unter denen Obstbäume wachsen, oder senkrechte Paneele, zwischen denen Traktoren fahren, oder Kühe weiden. „In der Summe sinken dann für jede einzelne dieser Nutzungsformen die Erträge etwas. Aber wenn man zusammenrechnet, ist davon auszugehen, dass die Fläche insgesamt produktiver wird“, erklärte Michael Götz Klabude, Referent für Koordination beim Ptx Lab in Cottbus. Zur Identifikation gut geeigneter Flächen haben sich die Expert*innen vom PtX Lab etwa die Neigung des Geländes oder die Verfügbarkeit von Netzanschlüssen angeschaut. Auch die Bodenqualität wurde berücksichtigt.

Bislang nur 14 Projekte

Agri-PV ist in der Lausitz noch selten. Auf Anfrage von Neue Lausitz berichtete das sächsische Wirtschaftsministerium von lediglich sieben Anlagen in den Kreisen Bautzen und Görlitz. Insgesamt werden in ganz Ostsachsen derzeit nur von zwei Megawatt Strom auf diese Weise produziert. Die brandenburgische Lausitz kommt laut dem Wirtschaftsministerium mit ebenfalls sieben Agri-PV-Installationen auf immerhin 40 Megawatt Gesamtleistung.

Brandenburg hat sich zudem gezielt auf den Weg gemacht, um Agri-PV im Land zu etablieren. Das Programm „Erneuerbare Energien Brandenburg 2025″ wirbt aktiv für den Ausbau von Agri-PV. Neben einem zusätzlichen Einkommen für Landwirtinnen und Landwirte sieht das Potsdamer Wirtschaftsministerium in der Technologie auch eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel: „Je nach Ausgestaltung können Agri-PV-Anlagen dazu beitragen, Kulturen vor extremer Sonneneinstrahlung, Hitze oder Starkwetterereignissen zu schützen und die Wasserverfügbarkeit im Boden positiv zu beeinflussen“, so ein Sprecher des Ministeriums. gewi