ANALYSE / STRUKTURWANDEL IN DER LAUSITZ
Die Kohleorte der Lausitz haben vehement für die Strukturstärkung gekämpft. Doch viel von den Kohlemilliarden wird in Cottbus und Görlitz ausgegeben. Wird es eng für die kernbetroffenen Städte und Gemeinden?


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Zwischen Schwarze Pumpe und Görlitz bleibt die Sorge groß, dass der Kohleausstieg mehr nimmt als gibt. Der Norden des Kreises Görlitz ist geprägt vom Kohlekraftwerk Boxberg. Es ist das größte der drei verbliebenen Großkraftwerke der Lausitz. 50 Jahre hat es Strom geliefert. 2038 werden die letzten Blöcke abgeschaltet.
Dass die Region danach nicht ins Nichts fällt, dafür kämpfen die Kommunen im Umkreis seit zehn Jahren. Die Bewegung, die den Strukturwandel einforderte, nahm hier ihren Anfang, als Bürgermeister gemeinsam vom Bund Antworten verlangten, was nach dem Kohleausstieg aus ihnen werden soll.
So recht sind die Antworten noch nicht gefunden. Was aus dem Leag-Standort Boxberg wird, ist auch nach sechs Jahren Strukturförderung unklar. Im Wettstreit um die Zusagen für künftige Gas- und Wasserstoff-Kraftwerke hat Boxberg ungünstige Bedingungen. Hinzu kommt: Von den Strukturmitteln wie die Kohlemilliarden formell heißen, konnten die Kraftwerksorte, die sich als kernbetroffen vom Kohleausstieg ansehen, bisher weniger profitieren als andere Kommunen Ostsachsens.