Die Lausitz muss Rechenzentren zum Gewinn machen  

21. August 2026

LEITARTIKEL / ANSIEDLUNGEN IN DER NIEDERLAUSITZ  

Damit Großansiedlungen wie Schwarz Digits nicht einfach tote Containerdörfer werden, ist die Kreativität in der Umgebung gefragt. Und das Verhandlungsgeschick der Bürgermeister. 

Groß-Rechenzentren wie das in Lübbenau erstaunen mit vielen Zahlen. Was verblüfft, ist diese Zahl: 60 Arbeitsplätze entstehen im ersten Bauabschnitt, mittelfristig werden es womöglich nur 30 sein. Das ist sehr wenig für eine Großinvestition von elf Milliarden Euro, die auf einer Fläche von 13 Hektar um die 100.000 Grafikprozessoren aufbaut. Es ist die größte und spektakulärste Ansiedlung im Osten – da Intel in Magdeburg abgesagt hat und TSMC in Dresden mit zehn Milliarden Investitionssumme etwas kleiner ist. Doch sie wird gerade mal so viele Menschen beschäftigten wie ein mittlerer Metallbaubetrieb.

Noch verblüffender ist, dass die Politik die gerade mal 30 Jobs für technisches Personal am Rechenzentrum ohne große Kommentierungen verkündet. So geschehen beim Vorort-Termin an diesem Dienstag, bei dem die Wirtschaftsregion Lausitz und der Lausitzbeauftragte eine Gruppe Medienleute über die Baustelle führten. 

Neue Jobs sind die wichtigste Kennzahl, wenn es um Ansiedlungen geht. Eigentlich meldet sich die Landespolitik erst dann selbst zu Wort, wenn es um Hunderte Arbeitsplätze geht. Das Bahnwerk in Cottbus mit seinen 1.200 Jobs ist diesbezüglich die größte Investition, die der Kohleausstieg in die Lausitz gebracht hat. Der staatliche Bahn-Konzern wurde ausdrücklich dafür angesiedelt, um Industriejobs zu schaffen. Es war wohl die letzte Ansiedlung dieser Art. 

Keine Tausende Arbeitsplätze nötig  

So viele Industriejobs werden nicht mehr gebraucht in der Region, die …