HINTERGRUND / ZIVILGESELLSCHAFT IN SPREE-NEISSE
Seit einem Vierteljahr ist die evangelische Gemeinde Guben mit dem Umland vereint. Ein gelungenes Beispiel für Zentralisierung, das nun auch die Verwaltung in Betracht zieht.


Autorin
Das Festzelt vor der Klosterkirche wäre am Abend zuvor fast weggeflogen. Zum Glück haben alle gemeinsam festgehalten und ordentlich Gewicht drangehängt. So hat es gehalten. Es sind windige Zeiten, in denen die evangelische Kirchgemeinde Region Guben ihren 25. Geburtstag feiert. Das ist jung im Vergleich zu 500 Jahren Luthertum. Doch die Gemeinde ist das Produkt einer erfolgreichen Fusion, die nach einem Vierteljahrhundert „langsam Früchte trägt“, wie Bischof Christian Stäblein in seiner Predigt betonte.
Aktuell leben in diesen vielen Orten 1.800 evangelische Gläubige. Eric Söllner ist 50 und seit drei Jahren als Pfarrer für sie zuständig. Zu seinem Beritt gehören elf Kirchtürme, folglich verbringt er viel Zeit auf der Straße. „Ich fahre der Arbeit immer hinterher. Es ist unmöglich, vor die Welle zu kommen.“ Dennoch hat er diese Arbeit zu schätzen gelernt.
Vor 25 Jahren schlossen sich die Gemeinden Atterwasch, Kerkwitz, Grano, Pinnow, Sembten, Groß Breesen, Coschen, Bomsdorf und Steinsdorf mit Guben zusammen. Damals war der Fusionsdruck noch lange nicht so hoch, wie er heute wäre. Doch Söllners Vorgänger sahen die Gelegenheit günstig, um für die Zukunft vorzubauen. Die Zahl der Gläubigen sank und das Geld wurde knapper. Man musste sich ohnehin ständig aushelfen. Dann, so die Überlegung, könne man auch gleich zusammengehen.
Vielfältige religiöse Landschaft