ANALYSE / HOCHSCHULEN IN DER NIEDERLAUSITZ
Die Medizin-Uni Lausitz will Top-Medizin demokratisieren: sie setzt nicht auf Bleibe-Prämien für Studierende, sondern verwebt universitäre Versorgung und Forschung von Beginn an mit der Region.


Autor
Christian Füller

Autorin
von Christine Keilholz und Christian Füller
In Nordrhein-Westfalen haben sie gerade Stress mit ihren Verpflichtungserklärungen. Dort bekamen Medizinstudierende ein Stipendium mit der Maßgabe, sich anschließend als Landarzt in einer ländlichen Region niederzulassen. Allerdings klagen nun die ersten Auserwählten gegen ihre Provinzpflicht.
An der Medizinischen Universität der Lausitz wird dies von Anfang an anders gedacht: die Studierenden sind bereits auf ihre Landarzt-Kompetenz hin ausgewählt worden. Sie bekommen über den Schwerpunkt Digitalisierung telemedizinische Instrumente zum Mitnehmen – und sie sind von Beginn an als regionale Praktiker mit uniklinischem Backup gestützt. Das heißt, jeder Absolvent der MUL hat gewissermaßen einen KI-Assistenten in seiner ledernen Arzttasche dabei, wenn er in der ländlichen Idylle praktiziert.
Das bedeutet, die schöne Film-Geschichte der Krankenschwester Agnes, die mit ihrer Schwalbe über die Oberlausitzer Dörfer zog, soll sich als science-fiction-artige technisch-praktische Revolution wiederholen. Wenn sich das alles wie geplant realisiert und wenn die Künstliche Intelligenz von den 36 Studienanfängern schnell genu…