HINTERGRUND / WISSENSCHAFT IN DER NIEDERLAUSITZ
Die Lausitz bildet erstmals Studierende für den Arztberuf aus – Einserschüler genau wie erfahrene Profis aus der Pflege. Wissenschaftsministerin Manja Schüle versucht, Klinik-Gründer Carl Thiem zum Ideal der Medizin-Studis 2026 zu machen.


Autor
Christian Füller
So rauschend der Festakt im Staatstheater Cottbus auch war. Die neuen, ersten Medizin-Studierenden der Lausitz wurden immer wieder daran erinnert, dass am gestrigen Montag um 8.15 Uhr das Studium beginne – und dass sie gleich an Tag Eins auf Patienten träfen. Das ist die radikalisierte Studienphilosophie der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL). Praxis gehört ohnehin zur Pflicht bei Medizinstudierenden, aber in der Regel nicht sofort. In Cottbus ist das anders.
Und die Studierenden sind anders. Das Gründungsteam der Medizin-Uni um Eckhard Nagel und Adelheid Kuhlmey hat sich eine wilde Mischung an künftigen Ärzten gecastet. Dazu gehören die beiden Einserschüler aus Lübbenau, die frisch von Abi und Praktikum weg ins Medizinstudium gehen. Eine der beiden hat eine 1,0 auf ihrem Abitur-Zeugnis stehen, der andere gar eine 0,8. Das bedeutet, der junge Mann hat praktisch auf jede Arbeit im Abitur 15 Punkte bekommen.
Zu den neuen Studierenden gehören aber auch eine 25-jährige Pflegerin aus Cottbus, ein 35-jähriger Pfleger einer Intensivstation aus Essen und ein 25-jähriger Rettungssanitäter aus Köln. „Ich habe eine 3,2 im Abitur, ich habe gesucht: wo kann ich damit Medizin studieren?“ Also kam der Kölner nach Cottbus. Zusammen mit 37 anderen StudienstarterInnen.
Medizin neu erfinden
Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) erzählte…