INTERVIEW / MARION RICHTER ÜBER ARBEIT IN DER LAUSITZ
Der Lausitzer Arbeitsmarkt konnte die jüngsten Weltkrisen ganz gut verkraften, meint die Chefin der Cottbuser Arbeitsagentur. Marion Richter über den Jobwandel durch KI, Strukturmilliarden und die Folgen von Werksschließungen.

Frau Richter, Cottbus darf sich dynamischste Stadt Deutschlands nennen. Kommt diese Dynamik auch bei Ihnen in der Arbeitsagentur an?
Das merken wir auf jeden Fall. Leider aktuell noch nicht an sinkenden Arbeitslosenzahlen. Die Lage wird noch eine Weile konjunkturell schwierig sein. Auf lange Sicht wird es aber besser. Schaue ich auf den langfristigen Trend, sehe ich einen fast durchgängigen Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Trotz der schlechten Nachrichten aus der Industrie? Dass Indorama in Guben Personal abbaut oder die Glasmanufaktur in Tschernitz schließt, hat öffentlich viel Aufsehen erregt.
Ja, aber trotzdem sehen wir: Unsere stabile kleine und mittelständische Wirtschaft trägt uns immer sicher durch Krisen. Dadurch sind wir in erfreulichem Maße unabhängiger von weltwirtschaftlichen Themen. Wir haben hier in Krisenfällen nicht so großen Probleme am Arbeitsmarkt. Aber wir haben auch nicht die riesigen Aufwüchse, wenn es gut läuft. Das ist die Kehrseite.
Wie haben sich die externen Schocks dieses Jahren – der Irankrieg, Hormus und vorher Venezuela – in der Lausitz ausgewirkt?