WasOlaf Scholz und die Lausitz

22. Februar 2025

ANALYSE / BUNDESTAGSWAHL 2025 IN DER LAUSITZ

Oft war der Bundeskanzler in der Lausitz. Doch mit dem Ja zum Kohleausstieg hat die SPD die Sympathien der Kohle-Arbeiterschaft verloren. Bei der Wahl am Sonntag wird sich zeigen, ob die Lausitz an die Transformation glaubt, für die Olaf Scholz wirbt.

von Christine Keilholz

Beim Bürgergespräch Anfang Februar in Cottbus sagte Olaf Scholz (SPD): „Vielleicht hätte ich die Koalition früher beenden sollen.“ Dann wäre die Bundestagswahl jetzt schon absolviert. Und mancher Besuch des Bundeskanzlers in der Lausitz wäre wohl nicht mehr zustande gekommen. Diesmal war Scholz gekommen, um die Wahlkreis-Inhaberin Maja Wallstein zu unterstützen. Die 38-jährige hat diesmal einen schwereren Kampf als 2021, als sie mit 28 Prozent gewann. 

Die jüngste Umfrage sieht die SPD bei 17 Prozent. Noch hat die SPD alle drei Wahlkreise in der brandenburgischen Lausitz inne. Eine starke Hausmacht in der industriell geprägten Lausitz können die Sozialdemokraten aber seit der Landtagswahl im September nicht mehr für sich beanspruchen. Da konnte sich im ostdeutschen Braunkohlerevier nur ein SPD-Kandidat gegen die AfD-Konkurrenz durchsetzen. Nicht einmal Ministerpräsident Dietmar Woidke konnte seinen Wahlkreis verteidigen. 

Der Kanzler, der nicht weit entfernt in Potsdam wohnt, hat deshalb nicht eben ein Heimspiel, wenn er in die Lausitz kommt, um das Bahnwerk oder eine Universität zu gründen. Oder zuletzt um einen Rüstungsdeal abzusegnen. Dass er all das aber machen konnte, beweist die Schlüsselrolle der Lausitz für die Ampel-Regierung und für Scholz selbst. 

Sympathien verloren 

In der Lausitz konzentriert sich, was die Bundespolitik ausmacht, von der Energiewende bis hin zur F…