Die neue politische Klasse der Lausitz

25. Februar 2025

ANALYSE / BUNDESTAGSWAHL 2025 IN DER LAUSITZ

Die AfD hat im Osten Polit-Karrieren ermöglicht, die vorher so nicht möglich waren. In manchen Wahlkreisen schon zum zweiten oder dritten Mal. Doch was wird aus Regionen mit Abgeordneten, die nichts leisten müssen?

von Christine Keilholz

Die Bundestagswahl ist für viele ein Rückschlag: Anhänger des Kohleausstiegs, Optimisten des Strukturwandels und Traditionalisten der Westbindung. Zu all dem haben gut 40 Prozent der Lausitzer Wählerinnen und Wähler Nein gesagt. Sie sagten stattdessen Ja zur AfD, die für den umgedrehten Kurs steht. Die in Teilen rechtsextreme Partei will die Energiewende rückgängig machen, Migranten aus dem Land werfen und sich wieder Russland zuwenden, das sein Nachbarland vor drei Jahren brutal überfallen hat.

Wer das nun einer zufälligen kollektiven Laune zuschreibt, liegt daneben. Schon zum dritten Mal seit Frühsommer 2024 gibt die Lausitz dieses klares Votum ab. Die Landtagswahlen im September und zuvor die Kommunal- und Europawahlen hinterließen die gleiche Botschaft. Die Parteien, die für die Transformation von Wirtschaft und Energieversorgung stehen, werden von Wahl zu Wahl härter abgestraft.

Ebenso ihre Abgeordneten: In Brandenburg hat die regierende SPD alle Wahlkreise verloren, bis auf einen. Nur Ola…