LEITARTIKEL / WAHLEN IN DER NIEDERLAUSITZ
Die erste Landratswahl in diesem Jahr hat am Sonntag keine endgültige Entscheidung gebracht. Doch Oberspreewald-Lausitz hat einige Erkenntnisse darüber geliefert, was die Lausitz politisch will.
Evgeni Kivman hatte keine Chance. Aber er hat sie genutzt. Der promovierte Mathematiker aus Lübbenau konnte immerhin 2.972 Wählerinnen und Wähler überzeugen. Die Tierschutzpartei, deren Geschäftsführer er ist, hat in Oberspreewald-Lausitz nur zwei Dutzend Mitglieder. Doch konnte er als einziger Kandidat des linken Spektrums eine gewisse Magnetwirkung entfalten. Mit 7,6 Prozent schied Kivman am Sonntagabend aus dem Rennen um das Landratsamt Senftenberg. Die Stichwahl am 25. Januar findet ohne ihn statt.
Drei Erkenntnisse hinterlässt dieser erste Wahlgang:
1.) Der Kandidat der politischen Mitte, Dezernent und CDU-Mann Alexander Erbert, überzeugte Wählerinnen und Wähler mehr als die Kandidatin der rechtsextremen AfD, Antje Ruhland-Führer.
2.) Erbert hätte noch 2.047 Stimmen gebraucht für den Sieg in der ersten Runde.
3.) Wer in dieser Wahl fehlt, ist die SPD. Brandenburgs Regierungspartei hat in dieser wegweisenden Kreiswahl keinen eigenen Kandidate…

