ANALYSE / POLITIK IN BRANDENBURG
Die Regierungskrise in Potsdam kommt auch daher, dass Ministerpräsident Woidke seine Hausmacht in der Lausitz verloren hat. Richten muss das eine neue Generation von Praktikern aus den Kommunen.
von Christine Keilholz

Tobias Schick (SPD) hatte eine ungünstige Startposition mit seiner Ansprache. Der Neujahrsempfang in der Stadthalle Cottbus ist eigentlich sein glanzvollster Auftritt im Jahreskalender. Doch bevor der Mann mit der Amtskette ans Pult trat, hatte schon ein anderer begeisterten Applaus bekommen.
Brandenburgs Innenminister oblag es diesmal, die Staatsregierung bei der größten Party in der zweitgrößten Stadt des Landes zu vertreten. René Wilke (SPD) nutzte das mit einem Auftritt, den man in größerem Rahmen eine Ruck-Rede nennen könnte: „Wir leben in vertrauenserschütternden Zeiten“, sagte er in den vollen Saal. „Wir müssen Naivität ablegen und lernen, dass es Interesse gibt, dass wir schwächer werden.“ Das war auf die Weltlage bezogen, aber auch auf alltägliche brandenburgische Innenpolitik, wo nicht jeder Hackerangriff publik wird, der die Sicherheitsbehörden hinter den Kulissen beschäftigt.
Der 41-jährige Wilke sprach über Probleme bei der …