HINTERGRUND / WISSENSCHAFT IN DER OBERLAUSITZ
Das Zentrum für Astrophysik ist bis jetzt die einzige Großansiedlung in Ostsachsen. Und muss daher eine Reihe von Aufgaben gleichzeitig erfüllen – von denen Spitzenforschung nicht die wichtigste ist.
Von Christine Keilholz

Das Universum ist in Bewegung – und Görlitz ist mittendrin. Soeben hat das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) in Görlitz die Internationale Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft ausgerichtet. Um die 200 Gäste aus ganz Deutschland waren angemeldet, um sich über „The restless Universe“ auszutauschen, so der Titel der Tagung. Drei Tage lang ging es um die ganz großen Fragen und um die astrophysikalischen Prozesse in ihren unvorstellbaren Zeitebenen: von kurzlebigen Ereignissen wie einer Supernova bis hin zur langen Entwicklung von Galaxien.
Auch die Astroforschung selbst braucht ihre Zeit. 100 Jahre hat es gedauert, dass die Astronomische Gesellschaft erstmals wieder in Sachsen zusammenkam – nach 1924 in Leipzig, als noch keine Rakete ins All kam und noch kein Mensch auf den Mond. Sachsen holt sich damit ein Fachgebiet zurück, das Konjunktur hat. Milliardäre lassen sich Raumschiffe bauen und das Bundesforschungsministerium trägt neuerdings das Wort Raumfahrt im Namen. Astroforschu…