Neuer Kurs in Elbe Elster  

3. März 2026

ANALYSE / WAHLEN IN DER NIEDERLAUSITZ

Marcel Schmidt hat als politischer Außenseiter die Landratswahl haushoch gewonnen. Er profitierte von einem riskanten Reformvorhaben des Amtsinhabers. 

von Christine Keilholz 

Marcel Schmidt hat die Stichwahl um Elbe-Elster mit 64,5 Prozent für sich entschieden. Foto: NL
Marcel Schmidt hat die Stichwahl um Elbe-Elster mit 64,5 Prozent für sich entschieden. Foto: NL

In Elbe-Elster hat sich an diesem Sonntag ein Erdrutsch ereignet. Landrat Christian Jaschinski (CDU) ist nicht nur abgewählt worden. Er unterlag mit 12.000 Stimmen Unterschied. Das ist eine Menge bei insgesamt 83.000 Wahlberechtigten im Kreis. In dieser Stichwahl errang der 57-jährige Landrat nur 35,5 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent Marcel Schmidt fuhr mit 64,5 Prozent einen haushohen Sieg ein. 

Es ist mehr als ein Generationenwechsel im Landratsamt von Herzberg. Es ist eine Sensation: Schmidt ist ein Mann, den man politisch als ein unbeschriebenes Blatt bezeichnen kann. Der 36-Jährige ist vor dieser Landratswahl kaum in Erscheinung getreten. Er ist gelernter Maler und Lackierer, Vater von zwei Kindern und Gemeindevertreter in Hirschfeld. Wie gelang ihm dieser Erfolg aus dem Stand? Und warum wird ein Amtsinhaber, der noch 2018 im ersten Wahlgang mit 52 Prozent wiedergewählt wurde, nach 16 Jahren im Amt dermaßen abgestraft? 

Die Antwort liefert Jaschinskis großes Reformprojekt: Auf den