Spree-Neißes Mitte  

24. März 2026

LEITARTIKEL / LANDRATSWAHLEN IN DER NIEDERLAUSITZ

Martin Heusler hat einen Wahlsieg errungen, der nur mit linken und grünen Stimmen möglich war. Der neue CDU-Landrat braucht einen neuen Politikstil, um sein diverses Lager zusammenzuhalten. 

von Christine Keilholz 

Martin Heusler wird neuer Landrat in Spree-Neiße. Der 40-Jährige hat am Sonntag mit 51,49 Prozent die Stichwahl für sich entschieden. Die AfD-Frau Christine Beyer, die noch im ersten Wahlgang weit vorn lag, musste sich geschlagen geben. Damit ist die dritte Landratswahl in der Niederlausitz seit Jahresbeginn entschieden. Die Niederlausitz hat nicht die erste Landrätin der rechtsextremen AfD hervorgebracht. 

Gefeiert wurde bei der AfD trotzdem. Auch wenn das erklärte Ziel nicht gelungen war.  Die 62-Jährige, die nicht viel über ihre Person und ihre bisherige berufliche Laufbahn preisgibt, lag nur 1.469 Stimmen hinter Heusler. Das enge Ergebnis zeigt schonungslos, wo der Kreis Spree-Neiße politisch steht: Die Rechtsaußen-Partei hat knapp die Hälfte der Gesellschaft hinter sich. 

Wenn man davon ausgeht, dass der CDU-Mann Heusler alle Wählerinnen und Wähler einsammeln konnte, die die AfD ausdrücklich nicht wollten, dann kommt diese Gruppe auf etwas mehr als die Hälfte. Das bedeutet: Im Herzen der brandenburgischen Kohleindustrie, im Wahlkreis von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke – stehen sich zwei halbwegs gleich große Lager unversöhnlich gegenüber. 

Knappe Mehrheit für schwierige Entscheidungen

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