INTERVIEW / DAGMAR SCHMIDT ÜBER BETEILIGUNG UND ENGAGEMENT
Dagmar Schmidt setzt sich dafür ein, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ansprüche der BürgerInnen in Projekte einzubringen. Das schaffe mehr Akzeptanz.

Frau Schmidt, wie gut läuft Beteiligung in der Lausitz?
Wenn man sich die geförderten Projekte anschaut, entsteht der Eindruck, dass Beteiligung bislang nicht immer ein fester Bestandteil der Prozesse ist. Der Zeitdruck legt es nahe, auf bestehende Konzepte zurückzugreifen oder Planungen zügig voranzutreiben. Beteiligungsformate stärker mitzudenken, erscheint da erstmal wenig attraktiv.
Was sind die Folgen davon?
Ein möglicher Effekt ist, dass grundlegende Fragen nicht immer ausreichend Raum bekommen – etwa, ob ein Projekt in seiner ursprünglichen Form noch den aktuellen Bedürfnissen entspricht. Gerade bei Vorhaben, die schon länger in Planung sind, könnte eine erneute Überprüfung sinnvoll sein: Hat sich meine Bevölkerung und deren Prioritäten verändert? Passt das noch zu den heutigen gesellschaftlichen Anforderungen? Neben den wirtschaftlichen Fragen sollten meiner Meinung nach gesellschaftliche zumindest stärker mit betrachtet werden.
Im Strukturwandel wird ja viel gebaut. Sind diese Dinge aus Sicht der Bevölkerung noch relevant für eine zukünftige Entwicklung?
Ich komme ja ursprünglich aus Stuttgart. Als Vergleich kann man das Großprojekt Stuttgart 21 heranziehen. Es zeigt, wie wichtig es ist, Projekte kontinuierlich zu hinterfragen und gesellschaftliche Entwicklungen mitzudenken. Das wurde zuerst in den 1990er Jahren vo…