HINTERGRUND / FORSCHUNG IN DER OBERLAUSITZ
Seit Jahren arbeiten Stadt, Kreis und Freistaat daran, Görlitz ein Profil von IT und Big Data zu geben. Unterstützt wird das durch die Ansiedlungen, die der Strukturwandel in die Stadt gebracht hat.
Den Anfang machte das Center for Advanced Systems Understanding (Casus), dessen Gründung Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) 2019 verkündete. Das war auf dem Höhepunkt der Verhandlungen um den Kohleausstieg. Gleichzeitig kämpfte Görlitz um den Erhalt des Siemens-Standorts. Nach hartem Ringen stimmte die Konzernspitze zu, sich am Bau des Siemens-Innovationscampus mit Hydrogen Lab auf dem Werksgelände zu beteiligen. Hier soll Fraunhofer Wasserstoff-Technologien entwickeln.
Ein Coup gelang schließlich mit dem Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA). Das Projekt, das den Wettbewerb ums Lausitzer Großforschungszentrum für sich entschied, wird seine Zentrale in Görlitz haben – auf einem ehemaligen Klinikgelände. Mit dem DZA soll in Görlitz eine Art Wissenschafts-Stadt entstehen, die 1.500 Menschen Arbeit gibt.
TU Dresden als Partner
Noch ist der Görlitzer Forschungssektor kein dominanter Arbeitgeber – und noch lange kein Ersatz für die Industriearbeitsplätze, die bei Siemens und Alstom abgebaut wurden. Doch strategisch gilt der Forschungssektor als vielversprechend, darin stimmen Ökonomen überein.
Die Wissenschaftsszene in der 50.000-Einwohner-Stadt ist stark projekt- und netzwerkorientiert, denn eine eigene Großuniversität fehlt in Ostsachsen. Die Hochschule Zittau-Görlitz setzt mit ihren rund 100 Professuren und 2.800 Studierenden einen w…