ANALYSE / BÜRGERENERGIE IN DER LAUSITZ
Genossenschaften zur Energieversorgung waren in der Lausitz bisher eine Seltenheit. Doch nun machen einige erfolgreiche Bürgerprojekte von sich reden. Können die der Leag Konkurrenz machen?
Von Gereon Wintz

Helmut Perk ist Mitte 60 und ein lokaler Pionier der Bürgerenergie. Von den 23 Energiegenossenschaften in Sachsen (siehe Karte) gehen vier auch auf ihn zurück. Als der Kohlekonzern Leag sich anschickte, ins Geschäft mit den Erneuerbaren einzusteigen, war Perk alarmiert: „Hier wird eine Region gerade zum zweiten Mal über den Tisch gezogen.“ Dagegen wollte der Bauingenieur etwas tun.
Der gebürtige Emsländer ist durch Zufall in der Lausitz gelandet. Nach dem Studium in Hannover verschlug es ihn erst nach Frankfurt/Oder und später nach Rietschen. Die Region und die Menschen haben sein Herz erobert und so ist er geblieben. „Vor etlichen Jahrzehnten wurden den Menschen die Flächen weggenommen, um Löcher zu buddeln und Kohle rauszuholen“, sagt er. „Jetzt schmeißen sie sie zu und bauen wieder was drauf, nur weil sie den Fuß bereits in der Tür haben“.
Gegen die Nutzung der ehemaligen Tagebauflächen zur Energiegewinnung hat Perk nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Doch er will mehr Bürgerbeteiligung. Und wer sagt denn, dass nur der Platzhirsch Leag das Geschäft mit Wind und Sonne machen kann? Also suchte er sich Mitstreiter für Energiegenossenschaften. Das war gerade noch rechtzeitig, um auf dem neuen Lausitzer Energiemarkt mitzumischen.