„Es kann nicht angehen, dass wir hingehalten werden“ 

2. Juni 2026

INTERVIEW / LARS KATZMAREK ÜBER KRAFTWERKE UND WASSERSTOFFLEITUNGEN 

Beim Kraftwerksbau und beim Wasserstoffnetz sieht es aus, als würde die Lausitz vergessen. Lars Katzmarek will das nicht hinnehmen. Der SPD-Politiker hat klare Forderungen an die Bundesregierung. 

Lars Katzmarek vor seinem Cottbuser Büro: „Wenn wir nicht aus der Braunkohleverstromung raus können, dann ist das klar, dass unsere Lausitzer Kraftwerke so lange wie möglich am Netz bleiben.“ Foto: NL
Lars Katzmarek vor seinem Cottbuser Büro: „Wenn wir nicht aus der Braunkohleverstromung raus können, dann ist das klar, dass unsere Lausitzer Kraftwerke so lange wie möglich am Netz bleiben.“ Foto: NL

Herr Katzmarek, geht es der Lausitz zu gut? 

Nein, auf keinen Fall. Ich sehe einen deutlichen Aufschwung in Cottbus, das hat vor Kurzem das IW-Ranking bestätigt. Das ist erfreulich und macht Mut. Das beruht auf dem Strukturwandel und darauf, dass Investitionen getätigt werden. Das hilft uns, stabil dazustehen. 

Trotzdem scheint die Lausitz aus dem Fokus der Landesregierung in Potsdam zu geraten. An einige zugesagte Investitionen kommt nun ein Fragezeichen. Etwa an die PtL-Demonstrationsanlage, die schon seit Jahren nicht vorankommt. 

Ja, das ärgert mich. Natürlich kann ich durchaus nachvollziehen, dass es wichtig ist, alle Standorte in Brandenburg im Blick zu halten. Wenn nun in Schwedt eine eSAF-Anlage entsteht, ist diese Investition nicht falsch. Gleichwohl steht im Kohleausstiegsgesetz drin, dass eine solche Anlage in die Lausitz kommt. Daran möchte ich freundlich erinnern. 

Was erwarten Sie von der Bundeswirtschaftsministerin? 

Von Frau Reiche möchte ich wissen, wie der Ablaufplan für das Kraftwerkegesetz aussieht. Davon hängt für unsere Region viel ab, denn das bedingt, welche Gaskraftwerke kommen. Ich erwarte, dass der Südbonus wegkommt. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum der Süden beim Kraftwerksausbau besonders bevorteilt werden soll. Wir brauchen in der Lausitz Gaskraftwerke, um unsere Altindustrie zu schützen. 

Um die Gaskraftwerke bemüht sich die Region lautstark. Bei de…