Die erstaunliche Kraft der Seen

26. Juni 2026
Am kommenden Montag werden die Seen von Partwitz, Großräschen, Sedlitz und Bärwalde für den Schiffsverkehr freigegeben. Sie könnten künftig eine Schlüsselrolle bei der Anpassung an den Klimawandel spielen. Grafik: NL mit KI

SCHWERPUNKT / REKULTIVIERUNG IN DER LAUSITZ 

Die gefluteten Tagebaulöcher ziehen nicht nur Touristen an. Sie bewahren die Lausitz vor dem Austrocknen. Aus den Löchern, die einst der Kohleabbau hinterließ, entstehen Speicher für die wichtigste Ressource der Zukunft: Wasser. 

von Christine Keilholz 

In wenigen Tagen beginnt im Herzen der Lausitz ein neues Zeitalter. Vier große Seen werden zu einer großen Wasserlandschaft verschmelzen. Mit der offiziellen Eröffnung am kommenden Montag wird die sogenannte Restlochkette zum Lausitzer Seenland vollendet. 

Das ist das Ergebnis von Jahrzehnten Rekultivierung. Viel Erde wurde bewegt und viel Expertenarbeit eingebracht. Landschaftsbau in diesem Ausmaß ist ohne Beispiel, bedeutet Versuch und Korrektur. Es ging es nicht nur darum, die Tagebaue Meuro, Sedlitz und Koschen in eine Postkartenidylle zu verwandeln. Das Großprojekt Seenland ist auch kein ein Trostpflaster für die vom Kohleausstieg betroffene Wirtschaft. Es hat einen wissenschaftlichen Hintergrund, der das ökologische Überleben der Region sichern könnte. 

Davon ist Maik Ulrich überzeugt. „Noch sind die Seen nicht ganz fertiggestellt. Aber die tragen schon einen Teil zur sommerlichen Wasserbewirtschaftung bei“, sagte der Wasserexperte Ende Mai beim Muskauer Salon Talk. Ulrich ist 49 und oberster Wasserbewirtschafter beim Bergbau-Sanierer LMBV. Dort beobachtet er genau, wie welche Wege das Wasser durch die Lausitz findet, und stellt fest: Die gefluteten Baggerseen erweisen sich bere…