NEWS / ENERGIEWIRTSCHAFT IN BRANDENBURG
Brandenburgs ehemaliger Wirtschaftsminister wirbt für Frieden zwischen der Lausitz und der Uckermark. Es dürfe keine wirtschaftliche Konkurrenz zwischen beiden Regionen entstehen, schrieb Jörg Steinbach (SPD) in einer Erklärung in der vergangenen Woche „Die häufig dargestellte Konkurrenz von Lausitz und Uckermark ist aus meiner Sicht falsch“, schrieb Steinbach. „Beide Regionen erfüllen unterschiedliche Aufgaben innerhalb derselben Wertschöpfungskette.“
Steinbach, der von 2018 bis 2024 Wirtschaftsminister und davor Präsident der BTU Cottbus-Senftenberg war, sprach damit die geplante e-SAF-Anlage in Schwedt an. Dort sollen ab 2028 jährlich rund 30.000 Tonnen grünes Kerosin produziert werden. Die Ankündigung des 350 Millionen teuren Projekts hatte Ende Mai große Aufregung in der Lausitz verursacht. Wirtschaftsvertreter befürchten nun, dass die Energieregion auf die PtL-Anlage verzichten muss. Diese war beim Kohleausstieg versprochen worden.
Beide brauchen Wasserstoff-Pipeline
Steinbach verteidigte die Investition in Schwedt und erklärte die Schwierigkeiten beim Aufbau von Strukturen für grünes Kerosin. Beim e-SAF lägen die Herstellungskosten derzeit bei drei bis fünf Euro je Kilogramm – deutlich mehr als bei fossilem Kerosin. Folglich greifen laut dem Ex-Minister unterschiedliche Förderinstrumente: „In der Lausitz stehen Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz im Vordergrund, während Schwedt Förderprogramme zur industriellen Dekarbonisierung nutzt.“
Die wahre Herausforderung liegt nach Steinbachs Überzeugung in der unsicheren Anbindung an das Wasserstoff-Kernnetz, auf das beide Regionen angewiesen seien: „Ohne leistungsfähige Transportinfrastruktur lassen sich Erzeugung, Speicherung und industrielle Nutzung nur eingeschränkt miteinander verbinden.“ Der vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf für das Stromversorgungsgesetz müsse vom Bundestag „dahingehend verbessert werden, dass Speichertechnologien stärker berücksichtigt werden“, forderte Jörg Steinbach. red