Sachsen gegen Photovoltaik im Wald

30. Juni 2026

NEWS / ENERGIEWIRTSCHAFT IN SACHSEN  

Der Freistaat Sachsen will seine Ambitionen zum Waldschutz auf Bundesebene durchsetzen. Bereits im Januar hatte sich Forstminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) für ein Verbot von Rodungen zum Bau von Photovoltaik-Anlagen ausgesprochen. Am vergangenen Dienstag hat das sächsische Kabinett beschlossen, einen entsprechenden Änderungsentwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Bundesrat einzubringen. „Der Wald ist Lebensraum, Klimaschützer, Wasserspeicher und Erholungsort. Wir tragen Verantwortung für seinen Erhalt“, bekräftigte Breitenbuch seine Position. 

Die aktuelle Fassung des EEG stuft die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien als „überragendes öffentliches Interesse“ ein. Diese Regelung führt dazu, dass Behörden Anträge auf Waldumwandlung für PV-Projekte kaum noch ablehnen dürfen, selbst wenn forstfachliche oder ökologische Gründe dagegensprechen. Diesen gesetzlichen Vorrang für PV-Anlagen will die Staatsregierung zu streichen.

37 Hektar Rodungen geplant 

Auch auf Landesebene will Sachsen Wälder besser schützen. Ein Antrag der Grünen im Landtag fand mit Stimmen von CDU, SPD und der Linken am vergangenen Donnerstag eine Mehrheit. Der Antrag beinhaltet unter anderem ein Verbot zur Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf landeseigenen Waldflächen. Für Thomas Löser, energiepolitischer Sprecher der Grünen, ist dies ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Akzeptanz von erneuerbaren Energien. „Niemand kann erklären, wieso PV-Anlagen auf Waldflächen errichtet werden sollten, statt vorrangig Dächer, Parkplätze und Industriebrachen zu diesem Zweck zu nutzen“, so Löser. 

In den vergangenen Jahren waren im Freistaat immer wieder Photovoltaik-Projekte auf Waldflächen genehmigt worden. Laut einer kleinen Anfragen der Grünen waren bis Oktober 2025 Rodungen auf einer Gesamtfläche von rund 37 Hektar geplant. Für das größte Projekt in Schleife im Kreis Görlitz, sollen 28 Hektar entwaldet werden. gewi