ANALYSE / RECHENZENTREN IN DER NIEDERLAUSITZ
Das bald größte deutsche Rechenzentrum von Schwarz Digits will mit seinen Servern Fernwärme produzieren. Auch Ölbäder sollen als Kühloption geprüft werden. Reicht das, um 100.000 Grafikprozessoren auf Temperatur zu halten?


Autor
Christian Füller
Es wird das größte seiner Art in Deutschland werden: das in Bau befindliche Rechenzentrum in Lübbenau soll 100.000 Grafikprozessoren beheimaten. Heute wollen der Betreiber Schwarz Digits und der lokale Stromversorger, die Stadt- und Überlandwerke Luckau-Lübbenau (SÜLL), eine Vereinbarung zur Kühlung der gigantischen Menge von Prozessoren vorstellen.
Nach Informationen von Neue Lausitz wird das Rechenzentrum über einen geschlossenen Kühlkreislauf und Wärmetauscher auf Temperatur gehalten. Davon soll über Fernwärme auch die Wohnumgebung profitieren. Zudem experimentiere das Unternehmen mit einer Öl-Kühlung der Prozessoren, die eine Temperatur von 50 bis 70 Grad erreichen können.
Die Kühlung von Rechenzentren wird zunehmend zu einer kritischen Frage von Betrieb und öffentlicher Diskussion. Denn dafür sind große Mengen Wasser nötig. Mit deren Hilfe kann die Wärme von den Prozessoren, den Graphics Processing Units (GPU), abgeleitet werden. Rechnerisch sind bei 100.000 GPUs rund 90.000 Liter Wasser nötig – pro Minute. Damit lassen sich die Prozessoren um zehn Grad kühlen. Das bedeutet: Für nur eine Stunde Kühlung würde das Rechenzentrum umgerechnet wohl die Wassermenge des gesamten Hafenbecken im Herzen Lübbenaus benötigen.