In Cottbus können Jugendliche ab Oktober Medienbildung, 3D-Druck und gesellschaftliche Orientierung verbinden. Ein 14-Millionen-Euro-Projekt soll nach Burg und der „letzten Verteidigungswelle“ Demokratiearbeit leisten. Doch wie viel bringt das außerhalb der Schulen?


Autor
Christian Füller
Wenn die Bundesministerin für Bildung am 10. Oktober in Cottbus das neue Medienzentrum LausitzLab eröffnet, dann hat sie wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen. Erst kürzlich hatte sie die Laufzeit einer Vielzahl medien- und demokratiepädagogischer Projekte bis Jahresende zunächst rasiert – obwohl viele bis 2028 Förderbescheide hatten. Vielleicht kommt Karin Prien (CDU) aber auch, weil sie nun einen überraschend ambitioniertes Konzept politischer Bildung persönlich vorstellen will. Ein riesiges Team dezentraler Coaches über die Lausitz verstreut, die viel mehr als außerschulische Medienpädagogik leisten.
„Wir wollten, anders als das ursprünglich vorgesehen war, nicht ein großes Zentrum aufbauen, sondern so dezentral arbeiten wie möglich“, sagt der Geschäftsführer des Landesfachverbands Medienbildung Brandenburg (lmb), Florian Kerkau. Er ist der zentrale Ansprechpartner von insgesamt sechs Organisationen, die an dem Projekt beteiligt sind, darunter die Medialen Pfade und die BTU Cottbus-Senftenberg. In Cottbus bleibt ein Teil der vorhandenen Werkstattstruktur des früheren COLab der BTU; hinzu kommen offene Formate, weitere Werkstätten in der Region und zwei mobile Teams. Sie fahren mit rollenden Makerspaces an Jugendzentren oder auch Schulen. Jugendliche können 3D-Drucker testen, tüfteln, bauen oder Egoshooter zocken. Jeder sei willkommen. Es gibt keine Gesinnungskontrolle.
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