ANALYSE / WISSENSCHAFT IN DER NIEDERLAUSITZ
Im Norden von Cottbus beginnt der Bau für einen neuen Stadtteil made by Wissenschaft. Damit wächst der Druck, dass im Lausitz Science Park bald noch mehr entsteht als ein reiner Forschungscluster.


Autorin
Für Uwe Riedel hat sich am 1. Oktober viel verändert. Nach 18 Jahren war es sein erster Tag, an dem er nicht mehr für das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) tätig war. Es war für den Professor für physikalische Chemie der erste Tag als Vize-Präsident der BTU Cottbus-Senftenberg. An dem stach er auf der grünen Wiese hinter seiner neuen Wirkungsstätte einen Spaten in die Erde. In einer Reihe mit dem Ministerpräsidenten, der Wissenschaftsministerin und den Köpfen der Forschungsgesellschaften, die hier demnächst bauen werden.
Uwe Riedel kam 2019 aus Stuttgart, um in Cottbus mit dem DRL-Institut für CO2-arme Industrieprozesse zugleich das Signal zu setzen, dass der Bund sich mit allen Mitteln einsetzt, der Lausitz nach der Kohle eine neue Kernindustrie zu verschaffen: industrienahe Forschung und Entwicklung.
Nun nimmt das Ganze auch im Stadtbild konkrete Formen an. Für Uwe Riedel bedeutet das, endlich auf einem offenen Campus mit den Kolleginnen und Kollegen von Fraunhofer zusammen arbeiten zu können. „Das ist was ganz anderes, als ich es die letzten sieben Jahre als Institutsleiter hatte“, sagte er. „Bisher haben wir nur Provisorien aufgebaut, damit wir erstmal forschen können.…