„Ich erlebe eine Generation, der keiner zuhört“ 

2. November 2026

INTERVIEW / EMMANUEL PETERFALVI ÜBER JUGEND IN DER LAUSITZ 

Alfons mit dem Puschelmikrofon macht nicht nur Witze, sondern auch Demokratiebildung. Dabei erlebt Emmanuel Peterfalvi eine Generation, für die sich niemand interessiert.

Alfons: „Die Lehrer dürfen nichts sagen, sonst müssen sie gehen.“ Foto: Guido Werner

Herr Peterfalvi, die jungen Leute haben demonstriert. Aber gehört und gesehen wurden fast ausschließlich jene, die Gewalt angewendet haben. Was raten Sie den Jugendlichen, wie sie aus dieser idiotischen Schweige-Spirale wieder raus kommen?

Vor allem rate ich uns Erwachsenen, nicht in diese Falle zu tappen. Auch wenn in der Bildzeitung oder auf Social Media die Gewalt-Szenen alles andere völlig in den Hintergrund drängen, heißt das noch lange nicht, dass man die Proteste darauf reduzieren kann. Gewalt ist dumm, idiotisch und ganz sicher keine Lösung! Aber: Die riesige Mehrheit der Jugendlichen hat friedlich demonstriert. Das sollten wir sehen. Und wir sollten ernsthaft zuhören, was sie uns sagen wollen.

Wie sind die Jugendlichen in Ostdeutschland und in der Lausitz so, wenn die mit Ihnen diskutieren? 

Ehrlich gesagt wie alle anderen – auch wie die im Westen. Ich erlebe eine Generation, die das Gefühl hat, nie angehört und nicht gesehen zu werden. Allein der Fakt, dass die merken, wie ernsthaft jemand an ihren Äußerungen interessiert ist, macht vieles möglich. 

Woran lesen Sie das ab? 

Das Gefühl der Jugendlichen, „das lohnt sich eh nicht“, ist mit Händen zu greifen. 

Zum Beispiel? 

Ich predige denen die Demokratie. Ich sage, das bedeutet: „Wenn ihr mit etwas nicht einverstanden seid, dann könnt ihr das sagen. Oder brüllen oder schreiben! Das dürft ihr, nein, das müsst ihr zum Ausdruck bringen!“ 

Was finden…