ANALYSE / ENERGIEWIRTSCHAFT IN DER LAUSITZ
Der tschechische Mutterkonzern der Leag will 2030 aus der Kohle aussteigen. Die ostdeutsche Braunkohle soll aber weiterlaufen wie geplant. Was steckt dahinter?
von Christine Keilholz

Auf einer Rekultivierungsfläche im Tagebau Jänschwalde wird sichtbar, wohin die Bergbau-Industrie der Lausitz strebt. Mitten in der Mondlandschaft sollen bald 17 Windenergieanlagen stehen, die zusammen rund 100 Megawatt Strom produzieren. Und es geht noch weiter: Mit dem Windpark Forst-Briesnig II und dem geplanten Energiepark Bohrau nebenan ergeben sich mehr als 500 Megawatt an erneuerbarer Leistung. Gleich zwei Töchter der tschechischen Energetický a Průmyslový Holding (EPH) sind involviert. Das Bergbau-Unternehmen Leag ist Flächeneigentümerin und Auftraggeberin. Die EP New Energies (EPNE) entwickelt und baut.
Dieses Duo steht im Fokus der Kritik von Umweltverbänden. „In Gestalt von Leag oder EPNE mischt der Konzern in Deutschland nicht nur energiewirtschaftlich mit, er nimmt auch Einfluss auf die Politik und versucht nicht zuletzt, umfangreiche öffentliche Gelder für seine neuen Geschäftsfelder zu erhalten.“ So heißt es in einem Bericht, den das tschechische Umweltnetzwerk Re-Set veröffentlicht hat mit dem Titel „Ein fossiler Energiegigant: Wie Daniel Křetínskýs Unternehmen EPH das Klima zerstört, von Energiearmut profitiert und die Demokratie gefährdet„. Der Bericht ist vor kurzem auf Deutsch erschienen. Die Initiative legt darin die Strategie des Energiegiganten aus Prag offen – der sich selbst stets bedeckt hält. Aus den Aktivitäten von EPH auf den europäischen Energiemärkten baut Re-Set ein detailreiches Bild zusammen.
Geschäft mit Erneuerbaren beherrschen
In dieses Bild passt auch, dass EPH kürzlich seinen Kohlea…