GASTKOMMENTAR / ZIVILGESELLSCHAFT IN DER LAUSITZ
Der Osten erlebt eine Krise in der Demokratie, weil über Jahrzehnte hinweg keine gute Beteiligungskultur entstehen konnte. Mit Strukturmitteln lässt sich das jetzt ändern, ist Sebastian Zoepp überzeugt.
Von Sebastian Zoepp

Das Superwahljahr 2024 liegt hinter uns und die Ergebnisse der Landtagswahl und der Europawahl zeigen auch für die Lausitz eine klare Tendenz. Trotz Milliarden aus dem Strukturwandel kehren immer mehr Menschen den demokratischen Parteien den Rücken zu. In Politik und Gesellschaft herrscht entsprechend weitgehend Konsens: Unsere Demokratie steckt in der Krise.
Steckt deshalb auch die Bürgerbeteiligung in der Lausitz der Krise? Die Alltagserfahrungen aus meiner Arbeit lassen diesen Schluss durchaus zu. Kaum jemand hat noch Lust auf Beteiligung, weil kaum noch jemand an eine positive Änderung glaubt. Auch meine Kolleg*innen aus der Praxis würden sofort bestätigen, dass die Lausitz nicht das Mekka der Bürgerbeteiligung ist.
Falsch wäre jedoch zu behaupten, dass es Probleme mit der Beteiligung gibt, weil wir eine Krise der Demokratie haben. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wir haben im Osten eine Krise der Demokratie, weil üb…