KOLUMNE / BETEILIGUNG ENERGETISCHER BÜRGER
Die Bundesregierung will garantierte Einspeise-Vergütungen streichen. Nun sind die lokalen Verwaltungen am Zug, Deals mit Bürgerenergie-Projekten einzugehen und sie so zu unterstützen. Die Erfolgsaussichten sind keineswegs dahin.

Dagmar Schmidt ist Sozialökonomin, Vorständin von Lausitzer Perspektiven e. V. und Mitinitiatorin der Bürgerregion Lausitz. Sie schreibt an dieser Stelle die Kolumne „Beteiligung“, die den Blick auf zivilgesellschaftliches Engagement und Mitgestaltung in der Lausitz richtet.
Im Raum Vetschau und Calau gründet sich Anfang Juli eine Bürgerenergie-Genossenschaft. Kurz vor der Gründung verhandelt sie mit beiden Kommunen über erste rentable Projekte, um den Markteinstieg zu schaffen. Aus Gesprächen mit Teilnehmenden solcher Prozesse weiß ich, dass das erste große Projekt entscheidend ist. Es ist nötig, um ins Arbeiten und Wirtschaften zu kommen, aber auch, um vor Ort Vertrauen aufzubauen. Denn das erleichtert weitere Projekte und Kooperationen. Damit der Markteintritt gelingt, sind die lokalen Verwaltungen als Kundinnen gefragt.
Bürgerenergie kann ein Anfang sein für weitere regional-wirtschaftliche Lösungen innerhalb einer Kommune. In der Zugewandtheit von Verwaltungen erkennen Menschen, ob es sich lohnt, gemeinsam für die Region anzupacken. Dafür aber müssen die Kommunen die Förderung der Projekte ihrer Bürger übernehmen – wenn der Bund ausfällt.
Um unabhängig von Einspeisevergütungen zu werden, sind zum Beispiel kommunale Gebäude interessant, die bereits einen hohen Eigenverbrauch haben, aber noch keine Sonnenenergie auf dem Dach produzieren. Hier könnte die Bürgerenergie-Genossenschaft in eine Photovoltaik-Anlage investieren, sich um den Betrieb kümmern und den produzierten Strom an die Kommune verkaufen. Kommunale Dächer und Gebäude gibt es überall genug.