NEWS / WASSERSTOFF IN BRANDENBURG
In Schwedt entsteht eine Großfabrik für grünes Kerosin. Das sorgt für Unmut in der Lausitz, wo man sich um ein ähnliches Leuchtturmprojekt betrogen fühlt.
von Christine Keilholz

Mit guten Nachrichten und 350 Millionen Euro Fördergeld kam Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Anfang Mai nach Schwedt im Kreis Uckermark. Eine Produktion von synthetischen Kraftstoffen soll dort entstehen. Das Energie-Unternehmen Enertrag und das Gas-Unternehmen Zaffra wollen gemeinsam nachhaltiges Kerosin in großem Stil herstellen. Dieses Electric Sustainable Aviation Fuels (eSAF) geben dem Projekt, das insgesamt 500 Millionen Euro kosten soll, den Namen: Brandenburg eSAF.
Schon 2030 sollen 30.000 Tonnen auf der Basis von grünem Wasserstoff hergestellt werden. Brandenburg eSAF wäre dann die größte Fabrik für synthetische Kraftstoffe in Deutschland. Das ist bemerkenswert, da die CDU-Wirtschaftsministerin ansonsten wenig zum grünen Wasserstoff sagt. Der noch vor wenigen Jahren politisch beworbene Energie-Rohstoff ist mangels Verfügbarkeit von der Agenda gerutscht – sehr zum Nachteil einiger Lausitzer Großprojekte.
Doch noch aus einem anderen Grund sorgt das Schwedter Kerosin-Projekt für Aufmerksamkeit in der Lausitz: Es ähnelt auffällig einer Investition, die eigentlich Südbrandenburg bekommen sollte – und das seit Langem in der Warteschleife hängt. Für die Power-to-Liquid-Demonstrationsanlage (PtL) ist noch nicht einmal der passende Standort gefunden.