Wasserstoff: Lausitz weiter ohne Anschluss

23. Juni 2026

NEWS / WASSERSTOFF IN DEUTSCHLAND

Die Bundesnetzagentur hat die Pläne für die künftige Wasserstoff-Infrastruktur überarbeitet. Dieser neue Netzentwicklungsplan Gas und Wasserstoff fällt für die Lausitz allerdings enttäuschend aus. „Die für die Lausitz so wichtige ‚Wasserstoffbanane‘ zur Anbindung der Kraftwerksstandorte Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg hat weiterhin kaum Chancen, in den nächsten zehn Jahre geplant und gebaut zu werden“, sagte Jens Krause, Sprecher des Wasserstoffnetzwerks Lausitz durcH²atmen, gegenüber Neue Lausitz

Grund dafür ist laut Krause auch, dass es bislang keine feste Zusage für ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk gibt. Das Stromversorgungsgesetz, die rechtliche Grundlage für die Ausschreibung der elf Gigawatt an neuen Kraftwerkskapazitäten, wird nach einem Änderungsvorschlag im Bundesrat aktuell im Bundestag debattiert. Sollte die Leag den Zuschlag für ein neues Kraftwerk erhalten, dürfte dies den Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff in der Region erhöhen, ist der Generalmanager der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus überzeugt. 

Zwei Großelektrolyseure, aber keine Pipeline?

Bis 2034 soll Schwarze Pumpe mit einer neuen Pipeline ans bundesweite Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden. Ein Vorhabensträger für das Neubauprojekt, das sich über Jähnschwalde und Eisenhüttenstadt in Richtung Berlin erstrecken soll, ist allerdings noch nicht gefunden. 

Augenscheinlich plant die Bundesnetzagentur damit, dass in der Lausitz künftig große Mengen von grünem Wasserstoff hergestellt werden. So werden in den Planungsunterlagen beispielsweise zwei Projektentwicklungen zum Aufbau von je 1.000 MW Großelektrolyseuren aufgeführt. Für Jens Krause ist die Situation dennoch „weiterhin sehr unbefriedigend für die Lausitz“. Er empfiehlt daher, eigene Ansätze für die Region zu entwickeln, anstatt nur dem Planungsverfahren der Bundesnetzagentur zu folgen. gewi