KOLUMNE / BETEILIGUNG
Die Metropole der Lausitz wächst, damit verändern sich die Nachbarschaften. Nun kommt es darauf an, Mieterinnen und Mieter mitentscheiden zu lassen, was aus ihren Quartieren wird. Dessau, Freiburg und Tübingen machen das vor.

Dagmar Schmidt ist Sozialökonomin, Vorständin von Lausitzer Perspektiven e. V. und Mitinitiatorin der Bürgerregion Lausitz. Sie schreibt an dieser Stelle die Kolumne „Beteiligung“, die den Blick auf zivilgesellschaftliches Engagement und Mitgestaltung in der Lausitz richtet.
Berlin hat am vorvergangenen Wochenende gewählt – und ein Thema stand im Wahlkampf ganz weit oben: das Wohnen. Die Auseinandersetzung um bezahlbare Mieten zeigt, wie politisch bedeutend die Frage ist, wer sich das Wohnen in einer Stadt noch leisten kann.
Das ist gerade in Berlin bemerkenswert. Bis heute ist die deutsche Hauptstadt eine ausgeprägte Mieterstadt, da rund 85 Prozent der Haushalte zur Miete wohnen. Die Stadtgesellschaft ist auch deshalb tendenziell politisch links verortet, weil Berlin lange dafür bekannt war, dass man hier im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen günstig mieten konnte. Aber innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Lage drastisch verändert.
Was hat das mit Cottbus zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Cottbus steht an einem anderen Punkt: Die Stadt will wachsen. Mit dem Ausbau der BTU Cottbus-Senftenberg, neuen Forschungseinrichtungen und Ansiedlungen sowie der Medizinuniversität sollen in den kommenden Jahren viele Menschen in die Stadt kommen. Aber Zuzug und Investitionen allein erzeugen noch keine Stadtgesellschaft.
Mietrecht schafft Möglichkeiten
Gerade deshalb lohnt sich der Blick…